GEBEN

NUR EIN EGOTRIP INS ELEND? BEIM REISEN KANN MAN AUCH ZURÜCKGEBEN AN DAS LAND, DAS MAN BESUCHT – UND HELFEN, EINEN HEILIGEN FLUSS ZU HEILEN.

Mitten in Indien. Sie zeigen einem den Weg, ohne darum gebeten worden zu sein. Wo sie schwimmen, ist tiefes Wasser, tief genug auch für die Schlauchboote, die ihren Gastgebern wie an einer Perlenkette aufgezogen folgen, Kurve um Kurve, immer weiter den mächtigen Ganges hinab. Im braunen Wasser des gigantischen Stroms bleiben die seltenen Tiere unsichtbar, und auch sie sehen ihre Entourage nicht, weil ihr Auge keine Linse hat. Ab und an tauchen sie aber auf, zum Luft holen mit einem prustenden Puffen wie bei einer Dampflok, und manchmal winkt sogar eine ihrer grossen Flossen. «So elegant, so schön, so anders – kein Wunder, dass sie für die Fischer heilige Wesen sind», sagt plötzlich ganz in sich gekehrt der sonst so joviale Sandeep Kumar Behera, beim World Wide Fund for Nature (WWF) Koordinator des Delphinschutzprogramms. Sein Team hat es geschafft, dem seltenen Ganges-Delphin das Überleben zu sichern – bislang nur auf einem 165 Kilometer langen Abschnitt, doch vielleicht wird sein Konzept ja eines Tages auf den ganzen Fluss

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