SCHMECKEN

DER BAUCH IST EIN VERLÄSSLICHER RATGEBER: AUCH IM FEUERLAND INDIEN GEHT DIE LIEBE DURCH DEN MAGEN – WENN MAN SICH NICHT MIT GEISTERCHILI ANLEGT.

Dieses Kopfschütteln, das war ein Fehler. Kopfschütteln bedeutet in Indien ein Ja, und so legte der Kellner des kleinen Restaurants die Schote auf den Teller mit den Samosas, mild gewürzten Teigtaschen mit Kartoffel-Gemüsefüllung. Da lag sie dann, gross wie ein Daumen, und sah aussergewöhnlich aus. Sie war nicht glatt und glänzend wie die winzigen Piri-Piris aus Afrika oder die Prik Kee Noos aus Thailand, die aussehen wie rot und grün eingefärbter Mäusekot und deswegen auch so heissen. Sie war auch nicht kirschenförmig wie eine Habanero, sondern hatte, obwohl «veeery fresh, Mister!», schon runzlige Furchen wie eine alte Kröte. Richtig wäre gewesen, sie vorsichtig zu probieren, nur sanft die Lippen zu betupfen, um ihre Wirkung abzuwarten. Doch der Kellner wollte anscheinend noch ein Lob für die Küche abholen und blieb stehen, voller Erwartung. Also biss man rein. Und weil die Chili interessant, aber nur nach frischem Gras schmeckte, nach einer kurzen Pause gleich noch mal. Und noch mal, denn die

Weitere Themen