STAUNEN

EXOTISCH IST IMMER DAS ANDERE: IN INDIEN HAT DAS STAUNEN ZWEI SEITEN, WENN REISENDE UND EINHEIMISCHE ES WAGEN, AUFEINANDER ZUZUGEHEN.

Früh am Morgen, wenn die Sonne noch Kraft schöpft und das Land in Moll-Tönen erleuchtet, sind sie auf einmal da. Sich den Schlaf aus den Augen reibend sehen wir sie am Ufer stehen, eine Gruppe Männer, einer davon mit Transistorradio. Erst sind es zaghafte flüchtige Blicke, die einen streifen, ein behutsames Abtasten des Neuen und Unbekannten, dann wird ein verblüfftes Starren daraus. Nicht feindselig, nein, dazu passen nicht der allgegenwärtige Gesichtsausdruck der Verwunderung und all die halblauten Kommentare, die wir zwar nicht wirklich verstehen, die aber als gemurmelter Bengali-Soundtrack doch recht freundlich klingen. Alles, was wir in der Trance des Aufwachens tun, scheint für unsere Besucher interessant zu sein: Wie wir einer nach dem anderen aus den Zelten kriechen, wie Andy mit der Bootspumpe die Glut des Abends aufs Neue anfacht, wie Leo Öl in den Benzinkanister leert und Jaja eine Papaya aufschneidet. Von den Besuchern mit den Röntgenaugen bleibt nichts unbeobachtet, und immer näher

Weitere Themen