... die Form von Schönheit, die eine gute Reiseaufnahme ausmacht, liegt in der Summe der Bildelemente und Motive – passendes Licht, Kleidung und Hintergründe, aber eben auch Situationen, die berühren oder überraschen. Gute Bilder sind also nicht nur ästhetisch, sondern sie haben auch eine tiefere Aussage und erzählen Geschichten, die wir auf einer emotionalen Ebene wahrnehmen – wie etwa die Geschichte einer Hochzeitsreise. Allerdings reduzieren wir in der Regel konkrete Situationen, die wir darstellen, auf ein Minimum dessen, was man zeigen muss, um eine Handlung zu erkennen – das Bild soll also eher unterschwellig kommunizieren, um was es geht, und Spielraum für die eigene Vorstellungskraft lassen. Dafür müssen wir uns intensiv in Situationen und Menschen einfühlen, um einen Eindruck von Vertrautheit mit den dargestellten Personen, Orten und Gegenständen zu vermitteln. Denn nur so können diese Elemente ihre ganze emotionale Kraft entfalten ...

... um Werte zu kommunizieren, müssen wir eine abstrakte Vorstellung idealisieren – das fängt mit der Auswahl der Charaktere, der Kleidung, der Requisiten und der Orte an. Und so sind unsere Fotos bei aller Natürlichkeit letztlich eine Konstruktion von Wirklichkeit. Ein wichtiger Baustein dieser ästhetischen Überhöhung war die Farbgestaltung des gesamten Shootings. Die Herausforderung bestand darin, die Bilder in die Kuoni Farbpalette zu integrieren, also vor allem Kleidung und Umgebung perfekt darauf abzustimmen. So sah das Konzept beispielsweise vor, die erdigen Töne, die in der Natur vorhanden sind, mit bunten Tönen aus der Kuoni Palette zu ergänzen, oder schöne Ton-in- Ton-Varianten zu schaffen. Das war eine akribische Detailarbeit, die sich in vielen kleinen Elementen widerspiegelt ...